Wer sind die Donauschwaben?
Die Schlacht am Kahlenberg (1683) war nicht nur Ausgangspunkt für die Befreiung Ungarns vom Türkenjoch, sondern auch für die Neu- Besiedlung der an der mittleren Donau gelegener und während der 150 jährigen Türkenherrschaft fast menschenleer gewordenen Gebiete Zum Kernstück dieser Neubesiedlung wurde das im 18. Jahrhundert von den damaligen Wiener Regierungsstellen durchgeführte großangelegte südosteuropäische Siedlungswerk, das mit der planmäßigen Ansiedlung von deutschen Bauern und Handwerkern unter Maria Theresia und Joseph II. seinen Höhepunkt erreicht hatte und welchem schließlich die Donauschwaben ihren historischen Ursprung und ihre Entstehung als jüngster deutscher Volksstamm verdanken.
In den donauschwäbischen Siedlungen - die Besiedlung begann im Ofner Bergland 1685, im Schildgebirge 1691, im Buchenwald (Bakony) 1702. in der Schwäbischen Türkei 1787. in Sathmar 1712, in der Batschka 1715. im Banat 1716, in Syrmien und Kroatien 1718 - mit ihren städtischen Zentren Ofen, Pest, Stuhlweißenburg, Fünfkirchen, Subotica-Theresiopel, Temeswar, Esseg u. a. kam es verhältnismäßig rasch zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufstieg und zur Umformung der bis dorthin vielfach verödeten Landstriche in Kulturlandschaften.
Sowohl die Magyaren als auch die Südslawen haben diese Siedler, die nicht nur aus den westlichen und südwestlichen deutschen Ländern (Hessen, Pfalz, Elsaß, Lothringen, Baden und Württemberg) sondern auch aus Bayern, Österreich, Deutschböhmen und sogar aus der Schweiz stammten, stets .Schwaben* genannt, obwohl nur ein Teil von ihnen aus Schwaben stammte. Daher hat man sich diesen Namen allmählich auch im eigenen Gebrauch zu eigen gemacht. In weiterer Folge nach dem ersten Weltkrieg, wurden diese Schwaben - zur Unterscheidung von den Schwaben in Baden-Württemberg, zuerst von den Volkskundlern und Historikern, und dann allgemein DONAUSCHWABEN genannt.
In den Friedensschlüssen von St Germain und Trianon, in welchen . Ungarn fast zwei Drittel seines Staatsgebietes verlor, erfolgte auch die Aufteilung der donauschwäbischen Siedlungsgebiete. Nach der Volkszählung von 1941 lebten 656.000 Donauschwaben in Ungarn, 558.000 in Jugoslawien und 328.000 in Rumänien.